Produktion und Kontrolle

Auf dem Obsthof Blohm wird großer Wert auf kontrollierten Anbau, Lagerung und Produktion gelegt. Verschiedene Kontrollmechanismen geben die notwendige Sicherheit für einen natürlichen, gesunden und sicheren Anbau.

 

Lagerung:

Da Äpfel heute das ganze Jahr über in gleichbleibender Qualität angeboten werden, fragen sich viele Konsumenten, wie das möglich sei. Der Irrglaube, die Äpfel würden begast und somit frisch gehalten, ist falsch. Genau das Gegenteil ist der Fall. Die Äpfel werden in gasdichte Räume gefahren und dort für ca. eine Woche vorgekühlt bevor man sie auf Lagerwerte bringt, die Lagerkrankheiten vermeiden sollen. Dies soll den Apfel erst einmal beruhigen, da er nach der Ernte immer noch aktiv ist.

Anschließend wird Stickstoff aus der Atmosphäre gefiltert und in den Raum mit Äpfeln gespült. Da Stickstoff den Sauerstoff verdrängt beginnt sich der Sauerstoffgehalt zu senken und die Äpfel werden in eine Art Winterschlaf versetzt. Der Sauerstoffgehalt wird, je nach Sorte, zwischen 0,8 und 1,5 Prozent eingestellt. Die Kühlung bleibt währenddessen am laufen, denn dadurch wird weiterhin 80 Prozent der Weiterreifung der Frucht unterdrückt. Als Kontrollmechanismus zur Überprüfung eventuell auftretender Krankheiten werden regelmäßig Proben entnommen.

Diese Art der Lagerung nennt man Dynamisch Kontrollierte Atmosphäre (DCA).

 

Integrierte Produktion:

Die Grundlage der Integrierten Produktion bildet die regelmäßige Überwachung der Obstanlage. Das bedeutet, dass nach „Schadensschwellen“ gearbeitet wird. Die Schadensschwellen geben die Populationsdichte eines Schädlings an, bei deren Überschreitung Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich sind. Bei der Festlegung dieser Schwellen werden sowohl ökologische wie auch wirtschaftliche Gesichtspunkte berücksichtigt.

Zur Überwachung der Schadensschwellen gibt es zwei verschiedene Kontrollarten:

  1. Die Astprobenkontrolle: Bei dieser Art von Kontrolle werden mehrere Äste einer Anlage von der Unterseite auf Schädlinge und Nützlinge untersucht.
  2. Die Klopfprobe: Bei dieser Kontrolle werden ca. 100 Äste pro Anlage mit einem Klopfstab abgeklopft. Der Stab ist mit Schaumstoff umgeben, sodass dem Ast keine Wunden zugefügt werden. Unterhalb des Stabs befindet sich ein Trichter mit Auffangbehälter, der unter den Ast gehalten wird. Nach dem Abklopfen des Astes sammeln sich in dem Auffangbehälter alle Insekten, die auf dem jeweiligen Ast vorhanden waren. Durch diese Methode erhält man einen guten Überblick über die Anzahl der Nützlinge und Schädlinge und kann somit die Schadensschwelle errechnen.

Zusätzlich gibt es noch etwaige weitere Arten von Kontrollen. Zwei der Wichtigsten sind jedoch das Feingefühl bei der Arbeit und die Beobachtung der Witterung.

 

Beregnung:

Es gibt zwei verschiedene Notwändigkeiten und somit auch Formen der Beregnung: Die Frostschutz- und die Klimatisierendenberegnung.

Bei der Frostschutzberegnung sollen Spätfröste abgehalten werden, um das Verfrieren der Blüte oder jungen Frucht zu verhindern. Jedes Blühstadium ist verschieden anfällig gegen Fröste. Je nach Stadium wird also auch die Beregnung eingeschaltet. Das Prinzip der Frostschutzberegnung funktioniert folgendermaßen: Durch das Gefrieren von Wasser wird Wärme freigesetzt und ein Eispanzer um die Blüte entsteht. Unter dem Eis sinkt die Temperatur nicht unter 0 °C ab und die Blüte ist so geschützt. Allerdings muss gewährleistet sein, dass innerhalb einer Minute neues Wasser auf die Blüte kommt, damit wieder neue Wärme freigesetzt werden kann. Sollte dies nicht der Fall sein, erfriert die Blüte.

Die Frostschutzberegnung wird insbesondere durch den fortschreitenden Klimawandel immer wichtiger. Schon seit einigen Jahren ist eine kontinuierliche leichte Steigung der Temperaturen zu beobachten. Dies führt zu einem immer früher einsetzenden Frühling und der damit steigenden Gefahr von Spätfrösten.

Bei der Klimatisierendenberegnung sollen die Früchte bei Temperaturen von über 30°C durch das Kühlen mit Wasser vor Sonnenbränden geschützt werden.

Auch die Beregnung wird durch eine regelmäßige Kontrolle überprüft. Dabei wird das Beregnungswasser zweimal pro Jahr beprobt, einmal von der Hansestadt Hamburg und einmal im Zuge der QS-Prüfung.

 

QS-Prüfung (Qualitäts-Sicherung):

Der Obsthof Blohm macht mit bei der Qualitäts-Sicherung, die einen hohen Standard des Betriebes ermöglicht. Durchgeführt wird die Prüfung von der Landwirtschaftskammer Hannover/Hamburg. Dabei werden unter anderem folgende Kontrollen getätigt:

  1. Unangemeldet werden Fruchtproben gezogen und auf Rückstandswerte bzw. auf illegal eingesetzte Pflanzenschutzmittel untersucht.
  2. Wasserproben für das Beregnungswasser werden entnommen.
  3. Die Unterbringung der Saisonarbeitskräfte wird auf Sozialstandards überprüft.
  4. Bestimmte Fortbildungsveranstaltungen müssen von den Betriebsleitern besucht werden.
  5. Eine Aufzeichnung über die Lagerung muss angelegt werden.
  6. Mindestens einmal jährlich wird eine Kontrolle des ganzen Betriebes durchgeführt.